3 Wochen später stehen folgende Zahlen zu Buche:
- 10,6 Millionen Views
- Über 700.000 Interaktionen
- Und über 8.600 Follower
Lernen heißt Anwenden. Das war schon immer Teil der inzpyre.me-DNA. Egal ob es um Surfen oder KI geht. Und somit waren 3 Wochen Social-Media-Praktikum auf WM-Tour der perfekte Start in die Creator Economy.
Aller Anfang ist schwer
Aller Anfang ist bekanntlich immer schwer. Das sieht man auch an meinen Videos. Ich meine, wer schaut sich einen 6-Minuten-Monolog „Was habe ich beim Surfen gelernt" an?
Aber irgendwie muss man ja mal starten. Und so bin ich trotzdem froh, dass ich bereits zu Beginn des Jahres die ersten Videos gepostet habe, auch wenn sich damals mein Erfolg in Grenzen hielt. Man lernt dann ja bekanntlich schnell. Und aus einem 6-Minuten-Video werden 90 Sekunden, und schließlich geht ein 11s-Video viral.
Ein Schäferhund vom Houston Police Department, der von einem deutschen Fan gestreichelt wird. Über 1,2 Millionen Views.
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Also doch Hundevideos?
Und dann der nächste Treffer. Ein Freund verkostet eine Soda, welche er fälschlicherweise als „Pride of Texas" bezeichnet. Über 600k Clicks. 12k Likes und knapp 1.700 Kommentare.
Zum Reel: über 600k Views →
Um das mal ins Verhältnis zu setzen: Jemand trinkt ein zuckerhaltiges Kaltgetränk und füllt damit 10 Fußballstadien, und dann fangen trotzdem rund 2.000 Menschen in jedem der Stadien an zu klatschen. Eigentlich absurd.
Also sind es doch nicht Hundevideos, sondern Produkttests?
Dann ein weiterer Volltreffer. Einladung zum Fanmarsch in Toronto. 1,5 Mio Views. Obwohl es sich um ein Video von der EM 2024 handelt. Egal.
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Also doch Fans beim Feiern ihrer Mannschaft? Immerhin funktioniert das immer wieder.
English Super-Fan, genannt „Lobster". 450k Views.
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Fanmarsch in Toronto. Mehrere Videos knacken die 100k-Marke.
Zum Reel: mehrere 100k Views →
Nach einer Woche haben wir Evidenz, was funktioniert. Voller Fokus auf 3 Dinge:
- Videos von Fans der WM
- Videos, wie wir Produkte testen
- Videos von Tieren
Damit wollen wir weiterwachsen.
Content-Praktikum wird Pressearbeit
Doch dann der Vorfall in Toronto. Angriff wegen einer Regenbogenflagge. Ich lande im Krankenhaus. Aus Wut und Trotz auf die Situation poste ich es bei Social Media. Es muss ja etwas Gutes haben, wenn man etwas Reichweite aufgebaut hat. Sensibilisieren für Freiheitsrechte.
Aber auch das Regenbogen-Thema ist heikel. Es eckt an. Wir verlieren das erste Mal Follower. Auch die Trolle lassen nicht lange auf sich warten:
- „Man muss sich nicht wundern, dass man auf die Fresse bekommt, wenn man jedem seine Meinung aufzwingen will."
- „Zurecht!"
- „Ich schäme mich für euch. Dafür werden wir Deutschen im Ausland gehasst."
Social Media ist knallhart. Es ist nicht so, dass ich davon überrascht war, aber es ist trotzdem etwas anderes, wenn man es selbst zu spüren bekommt. Wie also damit umgehen? Wir verteilen noch mehr Liebe. Das verschlägt selbst dem ein oder anderen Troll die Sprache.
Doch der Vorfall hat noch einen zweiten Effekt. Vorher wussten wir genau, was läuft: Fans, Produkttests, Tiere (wie sich später rausstellt, war dies eher ein Lucky Shot!). Plötzlich geht es um Freiheitsrechte, um eine Debatte, um mich. Der Rhythmus, den wir uns aufgebaut hatten, ist erstmal raus. Das bremst uns spürbar. Aber diese Tage bringen mir weitere Learnings, mit denen ich nicht gerechnet hatte.
Auch Pressearbeit will gelernt sein
Fan wegen Regenbogenflagge verprügelt. Ich muss schon gestehen: Das ist wirklich eine traumhafte Schlagzeile. Wie aus dem BILDerbuch.
Ich spreche insgesamt mit ca. 10 Pressevertretern. Betone immer wieder, dass ich die Artikel erst freigeben will, um Falschinformation zu vermeiden. Und trotzdem geht es schief. Ich sende einem Journalisten die Bilder und Videos der Täter zu. Einer trägt ein Schottlandtrikot. Ich betone stets, dass ich nicht glaube, dass es sich um Fußballfans handelt. Zu spät. Die Presse greift es auf und andere kopieren. Sport 1, Stuttgarter Nachrichten, web.de.
Ich muss intervenieren. Betone nochmals auf Social Media, dass wir davon ausgehen, dass es sich nicht um Fußballfans gehandelt hat. Mir wird klar: Die Arbeit mit der Presse ist anstrengend. Jeder Journalist hat eine Story im Kopf oder eine Botschaft, die er oder sie senden möchte. Vielleicht verständlich, allerdings führt dies nicht immer dazu, dass die Geschichten der Realität am nächsten sind. Mir fällt auf: Es gibt gewaltige Unterschiede in der journalistischen Arbeit. Manche suchen wirklich nach Beweisen für den tatsächlichen Tathergang, andere suchen nur nach der schnellen Schlagzeile. An dieser Stelle möchte ich aber auch die Positivbeispiele nennen: Tagesspiegel, Spiegel und Yahoo.
Was habe ich gelernt?
Creator sein ist ein Vollzeitjob. Insbesondere bei aktuellen Themen bist du gezwungen, immer brandaktuell zu posten. Das setzt unglaublich unter Druck. Ich habe großen Respekt vor allen Creatorn, denn dieser Druck, immer neuen Content zu posten, ist extrem einnehmend. Stichwort: „Du hängst ja nur noch am Handy!" Die Kunst ist es wirklich, nur die richtigen Momente einzufangen und diese dann zu teilen.
Viel posten ist besser. Am Ende weißt du (vor allem am Anfang) eben nicht, was funktioniert und was nicht. Also geht es darum, viele Dinge auszuprobieren. Sobald du 30 Videos gepostet hast, hast du ein gutes Bild, was funktioniert und was nicht. Das zeigt auch: Wie schnell man mit Content Erfolg hat, hängt davon ab, wie schnell man die ersten 100 Videos gepostet und daraus gelernt hat. Übrigens, ein zweites Hundevideo ist natürlich nicht nochmal viral gegangen. Eine Woche reicht eben doch nicht aus.
KI ist noch nicht so weit, dass sie dir die komplette Arbeit abnehmen kann. Noch immer muss man Videos selbst schneiden, um wirklich gute Ergebnisse zu erzielen. Meine Empfehlung: Suche dir Content-Formate, welche möglichst zeiteffizient sind. Wenn du für jedes Video 60 min Nachbereitung brauchst, bezweifle ich, dass du dauerhaft am Ball bleibst. Trotzdem habe ich mich mit den wichtigsten Tools vertraut gemacht. Videos schneiden kostet heute nur noch einen Bruchteil der Zeit als noch vor dem Praktikum.
Natürlich habe ich mich noch viel tiefer ins Thema Content Creation eingearbeitet und teile meine Erkenntnisse nun auch unter Content & Vermarktung.
Und was bedeutet das jetzt für mein Business?
Ich arbeite gerade an einem SaaS-Produkt zur Content-Automatisierung. Damit möchte ich meinen eigenen Content an einigen Stellen automatisieren, um meine Produkte auf Social Media zu bewerben. An anderen Stellen werde ich ab jetzt selbst über meine Reise als Creator und Founder berichten.
Außerdem werde ich im nächsten Monat meine zweite App launchen. Hierfür habe ich die letzten Wochen reichlich Content vorproduziert. Glücklicherweise habe ich ein Format gefunden, welches keine große Nachbereitung der Videos bedarf und bei welchem ich automatisiert mit KI Videos erstellen kann. Mein Ziel: mindestens 10.000 Follower bis Jahresende, gleiches gilt für die Nutzerzahlen in der App. Ab sofort teile ich hier den Status, um mich accountable zu halten. Natürlich funktioniert Produkt-Content etwas anders, mit dem passenden Produkt sollte es aber funktionieren. Kleiner Spoiler: In der App geht es um mein Herzensthema „Food".
Deine Challenge für diesen Monat
Baue dein erstes Content Piece.
Mir ist bewusst, nicht jeder hat das Ziel, Creator zu werden. Trotzdem ist Content Creation ein Skill, den in der aktuellen Zeit jeder haben sollte. Wer Produkte, Services oder sich selbst vermarkten will, benötigt diesen Skill. Also überlege dir doch mal: Was könnte ich mit der Welt teilen? Was wäre von Interesse: ein Learning, eine Erfahrung, ein cooles Insight? Und dann nimm es in einem kurzen Video auf oder schreibe es nieder.
Wenn du den Mut hast, poste es gleich und schau, was passiert. Ich weiß, das ist absolut raus aus der Comfort Zone. Aber genau das lässt uns eben wachsen.
Bleib neugierig,
Alex
Wir haben natürlich auch unseren eigenen WM-Song gelauncht. Leider relativ schlecht gealtert. Dennoch viel Spaß damit!
Zum Reel: unser WM-Song →